
Haushaltslage in Kerpen spitzt sich zu
Kerpen steuert auf schwierige Haushaltsjahre zu. Im Haushaltsentwurf für 2027 steht nach Angaben der Stadt ein Defizit von rund 42 Millionen Euro.
Um die Dimension klarzumachen: der Stadt fehlen rechnerisch rund 114.000 Euro pro Tag. Hauptgründe sind laut Stadt eine schwächelnde Gewerbesteuer und die geplante Erhöhung der Kreisumlage.
Die angespannte Finanzlage wirkt sich auch auf die Ausgleichsrücklage aus. Sie wird nach aktuellem Stand bis Ende 2028 voraussichtlich aufgebraucht sein. Danach könnte in Kerpen ein Haushaltssicherungskonzept notwendig werden.
Um zumindest ein bisschen gegenzusteuern, soll die Grundsteuer B um fünf Prozent steigen. Das würde der Stadt laut eigenen Angaben rund eine Million Euro zusätzlich bringen. Rechnerisch würde das Defizit damit aber nur für etwa neun Tage ausgeglichen.
Mit dieser Entwicklung steht Kerpen nicht allein da. Nach Angaben des Städte- und Gemeindebunds NRW geht es rund 85 Prozent der Kommunen in Nordrhein-Westfalen ähnlich.